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Eine Informationsplattform
für Ärztinnen und Ärzte über die IV

Erster Kontakt zur IV

Ihr Patient ist noch nicht "bei der IV". Er hat ein Gesundheitsproblem, das dazu führen könnte, dass er nicht mehr wie bisher erwerbstätig sein kann. Oder dass er in anderen Bereichen des Alltagslebens deutlich beeinträchtigt sein könnte (z.B. bei Nichterwerbstätigen oder Kindern). In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, bei der IV Unterstützung einzuholen. Wenn ein Verlust des Arbeitsplatzes droht, sollte mit Hilfe der IV möglichst rasch gehandelt werden. Sie finden hier die Antworten auf zentrale Fragen, die sich in dieser Situation stellen.

Die wichtigsten Begriffe werden im Glossar erklärt.

Erster Kontakt zur IV

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Für welche Leistungen kann sich mein Patient bei der IV anmelden?

Grundsätzlich entscheidet die IV-Stelle nach Prüfung des Sachverhaltes, welche Leistungen in Frage kommen.

Ob jemand Anspruch auf eine Rente hat, wird erst geprüft, wenn die Erwerbsfähigkeit nicht durch Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann.

In welchen Situationen ist es sinnvoll, mit der IV Kontakt aufzunehmen?

  • Wenn jemand 30 Tage ununterbrochen arbeitsunfähig ist, ohne dass die Rückkehr an die Arbeit zeitlich konkret absehbar ist. Oder wenn jemand innerhalb eines Jahres immer wieder aus gesundheitlichen Gründen für kürzere Zeit am Arbeitsplatz fehlt. Weil dann Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, der Verlust des Arbeitsplatzes und im schlimmsten Fall eine Invalidität drohen können.
  • Wenn Ihr Patient aus länger andauernden gesundheitlichen Gründen in seiner Arbeit im Haushalt oder sonst in der Lebensführung eingeschränkt ist.
  • Wenn Ihr Patient ein Hilfsmittel (z.B. Hörgerät oder Rollstuhl) benötigt.
  • Wenn eine Anpassung des Arbeitsplatzes oder der Wohnsituation (z.B. Treppenlift) nötig ist.
  • Wenn Ihr Patient wegen eines Geburtsgebrechens gesundheitliche Probleme hat, die sich in der Schule, in der Ausbildung oder am Arbeitsplatz einschränkend auswirken.

Es spielt keine Rolle, ob die gesundheitlichen Probleme körperlicher, psychischer oder geistiger Natur sind, ob diese bereits bei Geburt bestanden haben, oder Folge einer Krankheit oder eines Unfalles sind.

Mit wem und wie nehme ich Kontakt mit der IV auf, wenn ich einen Patienten melden will?

Sie dürfen nur im Rahmen einer Meldung von sich aus die IV über einen Patienten und seine Probleme informieren. Zudem müssen Sie den Patienten vorher - mündlich oder schriftlich - darüber informieren. Eine Meldung ist aber ohne formelle Genehmigung durch den Patienten, auch ohne sein Einverständnis möglich. Die Meldung müssen Sie mit diesem Formular einreichen.

Zuständig ist die IV-Stelle des Wohnkantons Ihres Patienten. Ist Ihr Patient Grenzgänger, so ist die IV-Stelle des Kantons zuständig, in dem der Arbeitgeber seinen Sitz hat. Patienten, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, aber nicht Grenzgänger sind, werden von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland in Genf betreut.

Die Adressen der IV-Stellen finden Sie hier.

Was ist der Unterschied zwischen einer "Meldung" an die IV und einer "Anmeldung" bei der IV?

Eine Meldung zielt darauf ab, dass möglichst frühzeitig der Kontakt mit der IV aufgenommen wird, wenn jemand wegen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung arbeitsunfähig geworden ist (sogenannte Früherfassung). Ziel ist, dass die IV möglichst rasch beratend tätig werden kann, um den Verlust des Arbeitsplatzes zu verhindern und die Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

Auch Sie als Arzt können Ihren Patienten bei der IV melden, wenn die Gefahr einer Chronifizierung der gesundheitlichen Beschwerden besteht und der Patient ununterbrochen mindestens 30 Tage lang arbeitsunfähig ist, ohne dass die Rückkehr an die Arbeit zeitlich konkret absehbar ist. Oder wenn der Patient innerhalb eines Jahres immer wieder für kürzere Zeit an der Arbeit fehlt. Die Meldung ist nicht kompliziert. Das Formular zur Meldung finden Sie hier.

Achtung: Sie müssen den Patienten, den Sie bei der IV zur Früherfassung melden wollen, vorher - mündlich oder schriftlich - darüber informieren. Eine Meldung ist aber ohne formelle Genehmigung durch den Patienten, auch ohne sein Einverständnis möglich.

Um Leistungen der IV zu beziehen, muss der Versicherte immer eine formelle Anmeldung einreichen. Damit meldet er seinen Anspruch auf IV-Leistungen an. Im Gegensatz zur Meldung kann sich nur der Versicherte selbst bei der IV anmelden - oder seine gesetzlichen Vertreter. Die Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen muss eigenhändig unterzeichnet werden.

Wenn Sie als behandelnder Arzt der Meinung sind, eine Unterstützung durch die IV würde Ihrem Patienten helfen, und er könnte Anspruch auf IV-Leistungen haben, dann sollten Sie ihm eine Anmeldung nahelegen und ihn dabei unterstützen. Dies trägt zu einem rascheren Abklärungsverfahren bei. Das Anmeldeformular finden Sie hier.

 

Welche Informationen muss oder darf ich der IV geben, wenn ich für einen Patienten Kontakt aufnehme?

Sie dürfen nur im Rahmen einer Meldung von sich aus die IV über einen Patienten und seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen informieren. Zudem müssen Sie den Patienten vorher - mündlich oder schriftlich - darüber informieren. Eine Meldung ist aber ohne formelle Genehmigung durch den Patienten, auch ohne sein Einverständnis möglich. Die Meldung müssen Sie mit diesem Formular einreichen. Das Formular gibt vor, worüber Sie Auskunft geben dürfen:

  • Personalien Ihres Patienten
  • Angaben zur Arbeitsunfähigkeit
  • Angaben zur beruflichen Situation
  • Angaben zu Ihnen als Instanz, welche die Meldung einreicht
  • Angabe, ob die gemeldete Person vorgängig informiert wurde

Wer nimmt Kontakt zur IV auf? Darf ich das als Arzt? Muss ich das?

Sie als behandelnder Arzt können und sollen Ihren Patienten bei der IV melden, wenn er länger als 30 Tage ununterbrochen arbeitsunfähig ist, ohne dass die Rückkehr an die Arbeit zeitlich konkret absehbar ist. Oder wenn er innerhalb eines Jahres immer wieder für kürzere Zeit an der Arbeit fehlt. Es geht bei der Meldung zur sogenannten Früherfassung insbesondere darum zu verhindern, dass der Patient wegen gesundheitlicher Beschwerden seinen Arbeitsplatz verliert. Bevor Sie ihn melden, müssen Sie Ihren Patienten - mündlich oder schriftlich - darüber informieren. Eine Meldung ist aber ohne formelle Genehmigung durch den Patienten, auch ohne sein Einverständnis möglich. Das Formular zur Meldung finden Sie hier.

Eine Anmeldung, mit welcher der Anspruch auf Leistungen der IV formell geltend gemacht wird, kann nur vom Versicherten selbst oder von seinem gesetzlichen Vertreter eingereicht werden. Sie können Ihrem Patienten eine Anmeldung nahelegen und ihn dabei unterstützen. Das Anmeldeformular finden Sie hier.

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